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Die Marge entsteht, während das Projekt läuft

Kristian Brakvatne
23,6 % der norwegischen Tiefbauunternehmen schrieben 2025 Verluste, in einem Jahr mit 7,8 % Wachstum. Quelle: BDO, Bygg- og anleggsanalysen 2026
Bei dünnen Margen entscheidet sich das Ergebnis auf der Baustelle, Stunde für Stunde.

Ditio-CEO Kristian Brakvatne hat die Bygg- og anleggsanalysen 2026 von BDO ausgewertet, eine jährliche Analyse der norwegischen Wertschöpfungskette im Hoch- und Tiefbau. Hier ist seine Einschätzung, was die Zahlen für Bauunternehmen bedeuten.

Das Wichtigste

  • Der norwegische Tiefbau wuchs 2025 um 7,8 Prozent, doch der Anteil der Tiefbauunternehmen mit Verlust stieg von 18,7 auf 23,6 Prozent.
  • Seit 2021 hat die Branche mehr investiert und mehr Personal eingestellt, ohne entsprechend mehr zurückzubekommen.
  • Mit Arbeitspaketen sieht die Projektleitung die Produktivität je Paket Tag für Tag, solange noch gegengesteuert werden kann.

Der norwegische Tiefbau ist im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent gewachsen. Die operative Marge stieg von 3,8 auf 4,4 Prozent. An der Oberfläche war 2025 ein gutes Jahr.

Unter der Oberfläche sieht es anders aus. Laut der Bygg- og anleggsanalysen 2026 von BDO fiel die Medianmarge der Tiefbauunternehmen auf 4,2 Prozent, und der Anteil der Unternehmen mit Verlust stieg von 18,7 auf 23,6 Prozent. Fast jedes vierte Tiefbauunternehmen hat in einem Wachstumsjahr Geld verloren. Das war der steilste Anstieg in der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Verbesserung kam bei wenigen an. Für die meisten war 2025 ein weiteres Jahr, in dem mehr Arbeit nicht mehr eingebracht hat.

Ich glaube, die Zahlen sagen etwas Wichtiges darüber, wo die Marge tatsächlich entschieden wird. Aber sie wird nicht allein in der Kalkulation entschieden.

Die Maschinen sind gekauft. Jetzt müssen die Stunden zählen.

Drei Ergebnisse der Analyse hängen zusammen.

64 %

Wachstum des Anlagevermögens im Tiefbau seit 2021, auf 53 Mrd. NOK

3,1 %

Rückgang der Wertschöpfung je Beschäftigten in der Wertschöpfungskette seit 2021, feste Preise

2,5 %

operative Marge der größten Tiefbauunternehmen

Das Erste ist das Kapital. Das Anlagevermögen im Tiefbau ist seit 2021 um 64 Prozent auf 53 Milliarden norwegische Kronen gewachsen. Das gesamte gebundene Kapital entspricht 42 Prozent des Umsatzes. Ein größerer Teil der Maschinen ist fremdfinanziert als früher, und der Lieferantenkredit ist weg. Kunden zahlen nach 54 Tagen, Lieferanten werden nach 53 Tagen bezahlt.

Das Zweite ist die Produktivität. Über die gesamte Wertschöpfungskette ist die Wertschöpfung je Beschäftigten seit 2021 in festen Preisen um 3,1 Prozent gesunken. Löhne machen inzwischen 81 Prozent der Wertschöpfung aus, gegenüber 77 Prozent im Jahr 2021.

Das Dritte ist die Marge. Selbst bei den größten Tiefbauunternehmen liegt die operative Marge bei nur 2,5 Prozent.

Zusammengefasst: Die Branche hat mehr investiert und mehr Personal eingestellt, ohne entsprechend mehr zurückzubekommen. BDO schreibt es selbst im Vorwort:

„Über vier Jahre hat die Branche mehr investiert und mehr Personal eingestellt, ohne mehr dafür zurückzubekommen.”

BDO, Bygg- og anleggsanalysen 2026

Bei so dünnen Margen braucht es nicht viel. Ein paar Wochen Warten auf Material, die falsche Reihenfolge in der Produktion, eine Maschine, die steht, oder eine Kolonne, die etwas langsamer arbeitet, als die Kalkulation angenommen hat. Nichts davon wirkt dramatisch, wenn es passiert. Zusammengenommen kann es die gesamte Marge sein.

Wenn die Maschinen bereits gekauft sind, wird die Produktivität entscheidend. Wie viel jede Arbeitsstunde und jede Maschinenstunde tatsächlich leistet.

Das Problem ist nicht fehlende Daten

Man könnte meinen, die Lösung sei mehr Reporting. Ist sie nicht.

Die meisten Bauunternehmen haben viele Daten. Stundenzettel, Maschinenstunden, Bautagebücher, Rechnungen, Aufmaße. Das Problem ist, dass die Daten erhoben werden, um Löhne zu zahlen und Rechnungen zu stellen, nicht um die Produktion zu steuern. Und sie werden zu spät zusammengeführt.

Wenn die Nachkalkulation fertig ist, weiß man genau, was schiefgelaufen ist. Aber dann ist das Projekt übergeben, die Leute sind weitergezogen und die Marge ist weg.

Die Frage ist nicht, ob man erfährt, wie die Produktivität war. Die Frage ist, ob man es erfährt, solange man noch etwas tun kann.

Was ist eigentlich ein Arbeitspaket?

Das Prinzip ist einfach. Das Projekt wird in abgegrenzte Arbeitspakete aufgeteilt, abgeleitet aus Kalkulation und Terminplan. Jedes Paket hat eine Menge, die erbracht werden soll, zum Beispiel Meter Graben oder Kubikmeter Erdmassen, und ein Budget in Stunden, um sie zu erbringen. Jeden Tag werden Arbeits- und Maschinenstunden auf das Paket gebucht, für das sie tatsächlich angefallen sind, zusammen mit der erbrachten Leistung. So sieht man die Produktivität je Paket, Tag für Tag, während die Arbeit läuft.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel mit illustrativen Zahlen

Ein Paket umfasst 400 Meter Leitungsgraben für Wasser und Abwasser mit einem Budget von 1.200 Stunden. Das sind drei Stunden pro Meter.

3,0 h/m

Budget: 1.200 Stunden für 400 Meter

4,0 h/m

Nach zwei Wochen: 480 Stunden für 120 Meter

1.600 h

Prognose für das Paket: 400 Stunden darüber

Nach zwei Wochen sind 120 Meter verlegt und 480 Stunden verbraucht. Das sind vier Stunden pro Meter. Geht es so weiter, endet das Paket bei 1.600 Stunden. 400 Stunden über Budget, ein Drittel mehr als kalkuliert.

Mit Arbeitspaketen sieht die Projektleitung schon nach wenigen Tagen, dass das Tempo nicht stimmt, und hat es in Woche zwei bestätigt. Dann sind noch 280 Meter übrig, die sich beeinflussen lassen. Vielleicht sind die Bodenverhältnisse schlechter als angenommen. Dann muss der Bauherr rechtzeitig informiert werden, und die Stunden und Meter pro Tag liefern wichtige Dokumentation für den Nachtrag. Vielleicht wartet die Kolonne auf Material, und das ist ein Logistikproblem. Vielleicht ist es die falsche Maschine für den Job. So oder so lässt sich etwas tun.

Leitungsgraben: Stunden gegenüber Metern

280 Meter noch beeinflussbar06001.2001.8000100200300400Verlegte MeterVerbrauchte StundenWoche 2480 h / 120 m1.200 hPrognose 1.600 h+400 hIst 4,0 h/mBudget 3,0 h/m
Illustration: Die Abweichung ist in Woche zwei sichtbar, während noch 280 von 400 Metern übrig sind.

Ohne Arbeitspakete sieht man es erst in der Nachkalkulation.

Das ist der ganze Unterschied. Nicht mehr Daten. Daten rechtzeitig genug, damit jemand handeln kann.

Das bauen wir bei Ditio

Deshalb bauen wir bei Ditio Arbeitspakete jetzt in den Kern des Produkts ein.

Ziel ist es, Kalkulation und Plan direkt mit den Stunden, Maschinenstunden und Mengen zu verknüpfen, die draußen erfasst werden. Nicht als separater Bericht, der im Nachhinein erstellt wird, sondern als Teil der täglichen Erfassung, die ohnehin stattfindet.

Wir tun das, weil wir als Anbieter hier den größten Unterschied machen können. Nicht indem wir ein paar Klicks in einer App sparen, sondern indem wir der Projektleitung eine bessere Grundlage geben, den Betrieb selbst produktiver zu machen.

Leichter gesagt als getan

Bei Kunden, die von Papier, Tabellen oder anderen Systemen zu Ditio wechseln, sehen wir, dass sie es gewohnt sind, Stunden nachträglich zu erfassen. Typisch ist ein Satz wie „wir machen unsere Erfassung freitags für die ganze Woche”. Das Problem ist, dass daraus eine Rekonstruktion nach bestem Wissen wird, keine Erfassung in Echtzeit. In solchen Fällen sind die Zahlen für die Steuerung wertlos. Wie gut erinnern Sie sich wirklich daran, was Sie vor drei Tagen zu Abend gegessen haben? In Ditio werden die Stunden noch am selben Tag draußen auf der Baustelle erfasst, und genau das macht sie für die Steuerung brauchbar.

Die Mengen fehlen. Stunden sind leicht zu erfassen, weil sie bezahlt werden müssen. Erbrachte Meter und Kubikmeter werden meist einmal im Monat gemessen, für die Abschlagsrechnung, und für das Projekt als Ganzes. Das reicht für die Abrechnung, aber nicht, um zu sehen, dass eine Kolonne in einem Paket hinterherhinkt. Ohne Menge je Paket gibt es keine Produktivität zu messen, nur Verbrauch.

Und mehr Felder machen es schlimmer. Jedes zusätzliche Feld, das draußen im Graben auf dem Handy ausgefüllt werden muss, senkt die Chance, dass überhaupt etwas richtig ausgefüllt wird.

Die Antwort ist, die Mengen dort zu holen, wo sie bereits vorliegen, und nur nach dem Rest zu fragen. Vieles von dem, was erbracht wird, wird bereits gemessen. Die Maschinensteuerung protokolliert, was gegraben und verlegt wurde, die Vermessung misst die ausgeführten Arbeiten auf, und Ladungen mit Erdmassen werden gezählt. Was sich nicht automatisch erfassen lässt, trägt der Polier einmal am Tag je Paket ein, an derselben Stelle wie die Stunden. „Heute 42 Meter verlegt.” Eine Zahl, kein Formular.

Ich kann nicht versprechen, dass Arbeitspakete die Marge um eine bestimmte Zahl von Prozentpunkten anheben. Was ich sagen kann: Man kann keine Produktivität steuern, die man erst sieht, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Die Erfassung muss dort stattfinden, wo gearbeitet wird, am selben Tag, mit so wenigen Feldern wie möglich. Sonst ist es nur eine teurere Nachkalkulation.

Erst Daten, dann KI

BDO widmet der künstlichen Intelligenz ein eigenes Kapitel. Vier von zehn Unternehmen haben in KI investiert, gegenüber weniger als zwei von zehn vor einem Jahr. Zwei von drei davon sehen einen Nutzen.

Das Fazit ist jedoch nüchtern. Der Nutzen hängt mehr davon ab, ob ein Unternehmen seine Daten im Griff hat, als davon, welche Werkzeuge es einsetzt. Für Bauunternehmen nennt BDO unter anderem Abweichungsmeldungen, Maschinenbetrieb und Projektsteuerung.

Hier lohnt es sich, präzise zu sein: KI kann keine Produktivität berechnen, wenn Stunden und Mengen nie auf dasselbe Paket gebucht wurden. Sie kann keine Muster in Stunden finden, die auf das falsche Projekt gebucht wurden, oder Mengen vergleichen, die es nicht gibt.

Arbeitspakete sind deshalb nicht nur ein Steuerungswerkzeug für heute. Sie sind die Struktur, die es morgen möglich macht, projektübergreifend zu lernen. Welche Pakete typischerweise aus dem Ruder laufen, unter welchen Bedingungen, und wie früh das Signal kam.

Die Marge entscheidet sich auf der Baustelle

Die Branche investiert viel Energie darin, die richtigen Projekte zu gewinnen und das Risiko richtig zu bepreisen. Das ist wichtig.

Aber die Zahlen von BDO zeigen, dass es nicht reicht. Bei dünnen Margen, in Maschinen gebundenem Kapital und sinkender Wertschöpfung je Beschäftigten entscheidet sich das Ergebnis nach der Vertragsunterzeichnung. Draußen auf der Baustelle, Stunde für Stunde.

Die Nachkalkulation sagt Ihnen, was passiert ist. Ändern kann sie es nicht.

Die Marge entsteht, während das Projekt läuft.

Häufig gestellte Fragen zu Margen und Arbeitspaketen

Warum haben 2025 so viele Tiefbauunternehmen Verluste geschrieben?

Laut der Bygg- og anleggsanalysen 2026 von BDO stieg der Anteil norwegischer Tiefbauunternehmen mit Verlust von 18,7 auf 23,6 Prozent, obwohl die Branche um 7,8 Prozent wuchs. Seit 2021 hat die Branche mehr investiert und mehr Personal eingestellt, doch die Wertschöpfung je Beschäftigten ist um 3,1 Prozent gesunken. Bei operativen Margen von teils nur 2,5 Prozent rutscht ein Projekt schnell ins Minus.

Was ist ein Arbeitspaket in einem Bauprojekt?

Ein Arbeitspaket ist ein abgegrenzter Teil des Projekts, abgeleitet aus Kalkulation und Terminplan. Jedes Paket hat eine Menge, die erbracht werden soll, und ein Budget in Stunden, um sie zu erbringen, zum Beispiel 400 Meter Leitungsgraben in 1.200 Stunden. Arbeitsstunden, Maschinenstunden und erbrachte Mengen werden täglich auf das Paket gebucht, sodass die Produktivität verfolgt werden kann, während die Arbeit läuft.

Warum reicht die Nachkalkulation nicht aus, um die Marge zu sichern?

Die Nachkalkulation zeigt erst nach der Übergabe des Projekts, was schiefgelaufen ist. Dann sind die Leute weitergezogen und die Marge ist weg. Um das Ergebnis zu beeinflussen, müssen Abweichungen erkannt werden, solange noch Arbeit zu steuern ist.

Was braucht es, damit KI im Bauwesen Nutzen bringt?

BDO stellt fest, dass der Nutzen von KI mehr davon abhängt, ob ein Unternehmen seine Daten im Griff hat, als davon, welche Werkzeuge es einsetzt. KI kann keine Produktivität berechnen, wenn Stunden und Mengen nie auf dasselbe Paket gebucht wurden. Stunden, Maschinenstunden und Mengen müssen daher korrekt erfasst werden, am selben Tag, dort wo gearbeitet wird.

Quelle: BDO, Bygg- og anleggsanalysen 2026. Die Analyse basiert auf den Jahresabschlüssen von 4.545 Unternehmen der norwegischen Wertschöpfungskette im Hoch- und Tiefbau für das Geschäftsjahr 2025. Zitate aus dem Bericht wurden von Ditio übersetzt.

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